Handlungskompetenzen

Was sind Handlungskompetenzen?


Das Wort Handlungskompetenz setzt sich aus den Wörtern Handlung und Kompetenz zusammen. Folgt man der Etymologie des Wortes, so erhält man das bewusste Ausführen einer Tat 1 gepaart mit der Fertigkeit und der Fähigkeit2 diese auszuführen. Das bedeutet, dass eine Handlungskompetenz folgende Kriterien erfüllt:

Im Fachbereich der IT würde das bedeuten, dass eine Person Handlungskompetenzen aufweist, wenn sie proaktiv, eigenständig, mit Verstand, aber auch mit Berechtigung agiert. Das bedeutet, dass eine Person zwar die ersten drei Kriterien erfüllen kann, wenn sie aber nicht die Berechtigung hat zu Handeln, keine Handlungskompetenz erhält. Sind alle Kriterien erfüllt, ermöglicht Handlungskompetenz ein professionells, fachgerechtes und zielorientiertes Arbeiten.

Handlungskompetenzen

Der Titel redet aber vom Plural der Handlungskompetenz: Handlungskompetenzen. Das liegt daran, dass es mehrere Kompetenzen gibt, die einen zur Handlung befähigen. Dazu gehören die Methodenkompetenz, die Fachkompetenz, die Sozialkompetenz und die Selbstkompetenz. Die Methodenkompetenz ist jene Kompetenz, welche Kenntnisse und Fertigkeiten (achtung, Fertig- und nicht nur Fähigkeiten) und die Beherrschung allgemein gebräuchlicher, oder teils auch spezifischer Arbeitsmethoden und Techniken3. Das bedeutet, dass die Methodenkompetenz die Befähigung des Handwerks ermöglicht. Beispiele der Methodenkompetenz sind Recherchetechniken, Strategien, etc. Zu sehen ist, dass diese Bespeile allgemeingültig sind, je nach Fachbereich können diese aber variieren. So werden im Verlaufe dieses E-Portfolios noch spezifiziertere Beispiele folgen: Im Bereich Porjektmanagement werden beispielsweise noch Konzeptions- und Planungstechnik sowie Zeitmanagement angesprochen werden. Des Weiteren werden im Bereich Kreativitätstechniken einige Methoden vorgestellt und im Bereich Präsentationstechniken werden auch noch ein paar Kenntnisse wie das Dokumentieren, das Visualisieren und das Darstellen etwas näher beleuchtet. Nachdem die Methodenkompetenz abgedeckt wurde, folgt nun die Fachkompetenz. Hierbei handet es sich um Wissen, genauer gesagt Fachwissen, welches erfolderlich ist um fachliche Aufgaben bewältigen zu können4. Um dieses Wissen zu erlangen, gehen Informatiker in der Ausbildung zur Berufs- oder Werkschule. Allerdings sind beim Prozess zum Erlangen von Fachkompetenzen auch Weiterbildungen und das Einlesen in ein Thema, sowie Forschung oder weiter gehende Recherche inkludiert. Fachkenntnisse alleine bringen einen im Beruf aber nicht weiter. Die soziale Komponente ist keineswegs zu vernachlässigen. Daher folgt nun die Erläuterung der Sozialkompetenz: Die Sozialkompetenz umfasst die Fähig- aber auch die Fertigkeiten und die Haltungen, welch es ermöglichen, sich im Umgang mit den Mitmenschen sozial angemessen zu verhalten4. Das Bedeutet, dass durch eine gewisse soziale Konformität Kommunikation gewährleistet wird: Integration, Kooperation, Kritikbereitschaft, Empathie, gepflogene Umgangsformen, Fairness und Networking. All diese Faktoren begünstigen Kommunikation und somit auch die Möglichkeit gemeinsam bessere Lösungen zu schaffen. Als letzte Handlungskompetenz fehlt noch die Selbstkompetenz. Wie der Name schon sagt, beschäftigt sich diese mit der eigenen Person. Es geht darum Fähigkeiten und Fertigkeiten einschätzen zu können und mit der Haltung der eigenen Person umzugehen oder diese gegebebenenfalls zu verbessern. Dazu gehört, das Selbstbewusstsein und die eigene Identität zu entwickeln, die Konzentrationsfähigkeit einzuschätzen und damit zu arbeiten, die Denk- Reflexions- und Lernfähigkeit der eigenen Person, aber auch der Umgang mit Kreativität und Werthaltungen. Die Selbstkompetenz beschäftigt sich mit der eigenen Person, deren Haltung, deren Verfassung und deren Umgang mit sich selbst.

Praxistransfer


Ich habe zur Zeit bei der Roche ein Projekt, an dem ich arbeiten darf. Dabei handelt es sich um das Verfassen einer Betriebsdokumentation unseres firmeneigenen Videoraumes. Des Weiteren soll ich in Erfahrung bringen, wie das Equipment funktioniert und welche Netzwerke angeschlossen wurden. Ausserdem soll ich Sicherheitsrichtlinien erarbeiten und das System zum Laufen bringen. Meine Handlungskompetenz besteht darin, dass ich generell sehr selbstständig arbeiten kann. Ich habe meinen Auftrag erhalten und arbeite nun darauf hin, dass der Raum dokumentiert wird und in Betrieb genommen werden kann. Es handelt sich um Handlungskompetenz, weil ich die Berechtigung erhalten habe (Fachkompetenz), mich um den Raum zu kümmern, ich proaktiv am Projekt arbeite (Selbstkompetenz), aber auch, weil ich weiss wo meine Grenzen liegen und mir Hilfe hole, wenn ich sie brauche (Sozialkompetenz und Selbstkompetenz). Um handlungskompetent zu sein, muss man nicht alles alleine bewältigen. Man muss durchaus auch wissen wo die eigenen Grenzen liegen und dementsprechend um Hilfe bitten. Ausserdem sind Connections jeglicher Art nicht zu misachten. Abteilungen haben manchmal ein Kommunikationsdefizit. Besteht ein solches, liegt es an der verantwortlichen Person, in diesem Beispiel an mir, dies aufzudecken und die Kommunikation zu gewährleisten, bzw. die einzelnen Parteien zu informieren, dass ein Defizit bestehen könnte. Um dieses Defizit meistern zu können muss eine Person auch handlungskompetent sein: Die Person braucht ein kompetentes und professionelles Auftreten, aber auch die entsprechende Autorität um Prozesse in Gang setzen zu dürfen. Somit sind sowohl die eigentliche Arbeit, als auch die im Hintergrund laufenden Prozesse miteinander verknüpft und es liegt an der verantwortlichen und handlungskompetenten Person dies zu verstehen und eine Verknüpfung herzustellen. Abgesehen von den Kommunikativen und sozialen Problemstellungen gibt es im Videoraum auch fachliche Probleme, die zu lösen sind: Es gibt tolles Equipment, aber keiner weiss, wie es bedient werden soll. Daher habe ich mir, bevor ich angefangen habe eine Bedienungsanleitung nach der anderen zu lesen und auch ein Erklärvideo nach dem anderen zu schauen, erst einmal mit meinem Lehrmeister eine Plan überlegt, wie wir an das Projekt heran gehen können (Methodenkompetenz). Am Anfang habe ich das Equipement dokumentiert, danach habe ich mich um die Netzwerkkonfiguration gekümmert und diese dokumentiert und ich habe Backups von den Systemen gemacht. Als die Ausgangslage notiert, dokumentiert und wiederherstellbar war, habe ich ausprobiert. Es ging darum ein wenig zu spielen und so die Funktionsweise des Mediensystems zu verstehen. Nach dem Spielen konnte ich an die Recherche gehen und mich stärker mit dem Thema auseinander setzen. Mittlerweile kenne ich mich in diesem Raum als Beste aus und wir sollten auch bald in der Lage sein den Raum in Betrieb nehmen zu können. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass ich das Projekt selbstständig mache. Ich habe eigentlich freie Hand. Das ist einerseits schön, weil ich weiss, dass meine Ausbildungsleiter mir vertrauen, andererseits aber auch anstrengend und ein wenig beängstigend, weil das heisst, das ich die Fäden in der Hand habe und bestimme, wie das Projekt läuft. Ich muss mich bei meinen Ausbildnern melden, wenn ich einen Checkup des Projektes möchte oder Hilfe brauche. Es ist also sehr viel Selbstständigkeit, selbständiges Denken und Eigeninitiative gefragt. Auch die Fachkompetenz muss ich mir selbst aneignen und die Methodik bestimme ich mittlerweile auch selbst. Ich habe also fast all meine Handlungskompetenzen selbst in der Hand und arbeite ständig an ihrer Weiterentwicklung.

Reflexion


Handlungskompetenzen sind ein wichtiger Aspekt im Beruf. Sie ermöglicht es einem Verantwortung zu tragen und sich selbst weiter zu entwickeln. Ausserdem sind sie allgegenwärtig. Vor diesem Modul war mir nicht so bewusst, was alles mit der Handlungskompetenz zusammenhängt, geschweige denn wusste ich, dass es mehrere davon gibt. Ich werde von nun an versuchen diese aktiver in mein Leben einzubindne und zu reflektieren, wo sie überall auftauchen. Ausserdem haben ich diesem Aspekt noch ein paar Defizite: Bei der Arbeit kann ich mich zwar gut zusammen nehmen und weiss, dass ich eigenverantwortlich bin, ich arbeite aber hauptsächlich gut mit, weil ich weiss, dass ich es der Firma schuldig bin, da sie mich ja schliesslich bezahlt. In der Schule sieht das etwas anders aus… Ich tendiere dazu alles immer auf den letzten Drücker zu machen, wenn es nur mich selbst betrifft. Das ist definitiv etwas, was ich in meiner eigenen Selbstkompetenz noch verbessern kann. Auch sollte ich es vermeiden Aktionen wie ein kopfloses Huhn anzugehen und stattdessen vorher einen Plan auszuarbeiten. D.h. ich könnte auch noch meine Methodenkompetenz etwas verbessern.

  1. [Duden Handlung](https://www.duden.de/rechtschreibung/Handlung)

    ↩

  2. [Duden Kompetenz](https://www.duden.de/rechtschreibung/Kompetenz)

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  3. Präsentation Lukas Hodel, Methodenkompetenz ↩

  4. Präsentation Lukas Hodel, Fachkompetenz ↩ ↩2